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ANTI-FLAG - the general strike

ANTI-FLAG - the general strike
(sideonedummy)

Wo finden Menschen Gehör, die einfach keine Ahnung von gar nichts haben? Richtig, im Internet: “Ist das neue Album genau so kommerziell wie das letzte?” fragt einer von vielen halbanonymen Kommentatoren unter einem Anti-Flag Eintrag auf Facebook und alle steigen drauf ein. Er sei 1978 geboren und wisse, was Punk bedeute. Wo sind diese Menschen im echten Leben? Auf Youtube und Facebook kann man ihnen leider nicht ihre verdiente Tracht Prügel verpassen…

Aus der Distanz betrachtet, machen ANTI-FLAG ja seit Ewigkeiten das Gleiche. Ähnlich klingende Songs und politische Texte. Das mag zwar ganz grob stimmen, nur, dass Anti-Flag nicht nur Parolen raus hauen und verallgemeinernd über politische Missstände singen. Die Band aus Pittsburgh hat immer schon Texte geschrieben, denen man anmerkt, dass dort jemand wirklich in der Materie steckt und dem es nicht nur wichtig ist, gut klingende Hooks zu schreiben, sondern auch die richtige Message zu treffen. Sie gaben Denkanstösse und Informationsquellen. Fast schon als tragisch empfinde ich es jetzt für die Band, die mich auf vielen Ebenen beeinflusst hat, dass die Konzerthallen wieder kleiner werden. Es ist halt leider doch oft nur die Verpackung, die dort gekauft wird und "Anti-Bush" hatte man auch verstanden, wenn man sich nur 5 Sekunden mit den Texten beschäftigt hatte.

ANTI-FLAG legen mit „the general strike“ eines ihrer besten Alben vor, auch wenn es musikalisch selbstverständlich keine großen Überraschungen gibt. Jedes Album hat seinen Reiz, ob es das fast schon zu experimentelle Arrangement auf „bright lights of america“ oder alte, rohe Kracher wie „drink, drank, punk“ waren. Grundsätzlich weiß man einfach, dass die Band saugute Songs schreiben kann. Auf „the general strike“ wirkt es so, als seinen die Chöre dichter geworden, man hört mehr Stimmen übereinander, das gibt der Produktion viel Druck, die Songs sind teilweise sehr schnell, die Melodien fressen sich, wie gewohnt, sofort ins Ohr. Textlich werden wieder Themen der letzten Zeit behandelt. Da geht es um die Obama-Regierung, um das NDAA-Terrorbekämpfungsgesetz, um Folter, um Proteste und Widerstände. Alles ist wie immer dennoch so verdammt feierbar.

ANTI-FLAG sind keine Band, die sich mit ihrem Engagement schmücken. Warum wirft man gerade diesen so engagierten Bands permanent die kleinsten Fehltritte vor, bzw. sucht förmlich nach Widersprüchen in all ihrem Handeln? Dabei ist es doch kein Geheimnis, dass ANTI-FLAG immer noch Soli-Shows in 50 Personen-Locations spielen, besetzte Unis besuchen, selbst Flyer verteilen, bei Demos mitlaufen, dort ihre Verstärker aufbauen und nach den Shows mit ihren Fans diskutieren, weil sie etwas zu sagen haben.

„The general strike“ ist eines von vielen brillanten ANTI-FLAG Alben, es ist laut, emotional, wütend und eingängig zugleich. Anti-Flag waren schon immer mehr als Musik und „Anti-Bush“-Shirts. Aber man wird auch in 10 Jahren noch unter Youtube-Videos Kommerzvorwürfe lesen und ignorieren, was die Band tut, wenn sie gerade nicht auf der Bühne steht...

Rene Bx

www.anti-flag.com

 

Stichwort...

Neue Musik...

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