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FRAU POTZ got Volume

DELIKATESS Tonträger veröffentlichten Anfang des Jahres ein Album, das es in sich hat. FRAU POTZ heißt die Band und Sänger Felix kennt man vielleicht von ESCAPADO, die sich vor gar nicht allzu langer Zeit aufgelöst haben. Nach einer Splitsingle mit FINDUS liefern FRAU POTZ jetzt ein Album mit 12 Granatenhits ab, und das sei jetzt mal ganz objektiv gesagt... Die Band versteht es einfach gute Songs und Texte zu schreiben, die einen fesseln. Wir sprachen mit Bassist Hauke über das Album mit dem Titel "lehnt dankend ab".

Hauke, euch gibt es ja schon einige Jahre, aber erst jetzt kommt das Debüt. Stand ESCAPADO der Band im Weg?

Hauke: Es wäre jetzt ganz einfach gelogen, wenn ich sagen würde, dass wir genau so viel Zeit in Frau Potz investiert haben als Felix bei Escapado gesungen hat. Allerdings muss man auch sagen, dass zum Beispiel Kurt Ebelhäuser, der die Platte produziert hat, wahrscheinlich nicht so schnell auf uns aufmerksam geworden wäre, wäre Felix nicht bei ESCAPADO gewesen.

Was läuft seit dem ESCAPADO nicht mehr existieren anders bei FRAU POTZ?

Hauke: Felix lässt nur noch in einem Proberaum seine durchgeschwitzten Hemden liegen, Kerli spielt weniger Xbox und ich esse inzwischen sehr gerne Oliven.

Wie seid ihr euer Debüt angegangen? Wie viele Songs standen zur Auswahl?

Hauke: Bevor wir ins Studio gingen, standen so 14, 15 Songs. Davon haben wir dann 13 aufgenommen. Auf der Platte sind jetzt 12 Songs, weil das Album so insgesamt homogener wirkt.

Sind die Texte fertig, wenn ihr mit der Musik anfangt?

Hauke: Nee, andersrum.

Wieviel freie Hand habt ihr Kurt Ebelhäuser, eurem Produzenten, gegeben bzw. wie viel hat er mitgeredet?

Hauke: Die Songs standen ja schon bevor wir ins Studio gefahren sind. Die haben wir dann auch so aufgenommen. Live, alle drei in einem Raum. Als wir damit fertig waren, hat Kurt uns Ideen für zweite Gitarrenspuren oder so Hintergrundklimmbimms vorgeschlagen. Wenn wir das alle geil fanden, kam das noch dazu. Beim Sound, also wie klingt das Schlagzeug, wie klingen die Amps und so weiter, hat er dann schon sehr viel mitgeredet. Er kennt sein Studio ja am Besten und weiß wie was bei ihm klingt. Deswegen sind wir ja auch ins Tonstudio 45 gegangen. Wir wollten diesen Sound für diese Platte haben.

Auf eurem Cover steht: „Gefördert durch die Hansestadt Hamburg, Kulturbehörde“. Wie kam es dazu?

Hauke: Von der Kulturbehörde der Stadt Hamburg gibt es eine so genannte Labelförderung. Das ist für kleinere Plattenfirmen gedacht, glaube ich. Diese Labelförderung hat unsere Plattenfirma DELIKATESS Tonträger beantragt. Wir selbst hatten damit gar nicht so viel am Hut.

Auf welchen Erfahrungen beruht euer Text über die „Schwarze Legebatterie“? Gibt es da konkrete Erlebnisse, die euch beim Schreiben des Textes vorschwebten?

Hauke: Eine Szene, und wenn es auch die Szene ist, in der wir uns bewegen, funktioniert ja immer irgendwie nach bestimmten Dogmen. Über diese Dogmen regen sich viele auf, obwohl man selbst ein Teil davon ist. Ich will mich da auch gar nicht rausnehmen.

Werden Reviews überbewertet?

Hauke: Ich habe einen Kumpel, mit dem ich mich sehr viel über Platten unterhalte. Wenn er mir eine Platte empfiehlt, will ich diese Platte hören, weil ich sehr viel auf seine Meinung gebe. Im Grunde genommen ist ein Review nichts anderes. Es ist auch nur eine Meinung von einer Person, für die sich aber viele Menschen interessieren. Nur wenn diese Meinung abgedruckt ist, hat sie automatisch mehr Gewicht als der Klönschnack, den ich mit meinem Kumpel habe.

Auf der einen Seite singt ihr „Steckt euch eure Reviews in den Arsch“, auf der anderen Seite bemustert euer Label mit einem 3-seitigen Infoschreiben die Magazine. Wie geht das zusammen?

Hauke: Ich glaube, Felix schreibt seine Texte überwiegend dann, wenn er wütend ist. Das muss dann irgendwie raus. Texte als Ventil, quasi. Infoschreiben und Bemusterungen werden halt, wie du schon sagst, vom Label gemacht. Das ist ja auch irgendwie deren Job, damit Leute irgendwie Wind von der Sache bekommen. Das muss ein Label wohl machen, wenn sie die Kohle wieder reinkriegen wollen, die sie für die Herstellung der Tonträger bezahlt haben.

Wie würdet ihr euch Reviews wünschen? Schließlich verschickt ihr ja Rezensionsmaterial. Komplett ablehnen tut ihr Reviews also nicht…

Hauke: Ach, ich glaube, das ist schon ganz ok so. So lange sich die Leute die Platte wirklich anhören und ehrlich darüber schreiben, finde ich das in Ordnung.

Welcher Text auf dem Album ist euch besonders wichtig?

Hauke: Ich habe da eigentlich keinen Text, den ich wichtiger finde als die anderen.

Auf dem Album gibt es fette Gitarrenwände. Wie könnt ihr da live mit nur einer Gitarre mithalten?

Hauke: Nigel Tufnel sagte mal über Joe Satriani: „Sound and technique are obviously two different things. He’s got both. I got volume.“

Wie geht es nach der feststehenden Tour weiter?

Hauke: Im Sommer spielen wir noch ein paar Festivals. Im Herbst wollen wir dann noch mal auf Tour gehen. Irgendwann zwischen jetzt und Herbst machen wir ein paar neue Lieder, damit das mit dem zweiten Album auch nicht so lange dauert.

Vielen Dank fürs Beantworten und für das saugeile Album!

Hauke: Danke, gerne!

Interview: Rene Bx

 

USELESS präsentiert FRAU POTZ auf Tour:

07.04. Karlsruhe, Alte Hackerei (+ Love A)
08.04. Mainz, Haus Mainusch (+ Love A)
09.04. Köln, Aetherblissement (+ Love A)
10.04. Bonn, Bla (+ Love A)
12.04. Kiel, Schaubude (+ Love A)
13.04. Berlin, About Blank (+ Love A)
14.04. Leipzig, Atari (+ Love A)
17.04. Zittau, Emil

18.04. Osnabrück, Bastard Club (+ Lo Parker)
19.04. Bremen, Lagerhaus (+ Findus)
20.04. Flensburg, Volxbad (+ Eklat)

... und da kommt noch mehr...

www.fraupotz.com

Foto: Svenja Klemp/Promo

 

Stichwort...

Neue Musik...

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