FOUR SQUARE - dial nine for a line (antstreet/new music dist.) Mit ihrem Debüt auf Antstreet und gleichzeitig dritten Album insgesamt beweisen FOUR SQUARE, die bereits seit neun Jahren durch die Welt touren, dass sie mit ihrem Alternativesound eine gerade Linie fahren. Ihr Sound ist ein Mix aus 90er Jahre Melodic Punk, modernem Emopoppunk und Alternativerock, wobei die 14 Songs dabei eher eingängig sind. Die Kanadier versprühen außerdem mit ihren Gitarrenmelodien gute Laune und liefern den Soundtrack für sonnige Sommertrips.
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CALEYA - these waves will carry us home (midsummer/cargo) CALEYAs erstes Release, welches jetzt auch auf CD erscheint. Mit dieser Band hat sich MIDSUMMER eine weitere Band an Land gezogen, die ähnlich wie „THE HIRSCH EFFEKT“ extrem abgefahrene Soundfrickeleien zusammen basteln. Der brachiale Post-Hardcore-Doom scheint den Hörer durch seine teils sphärischen Klangteppiche fast zu erdrücken. Stimmlich bewegen sich CALEYA eher im Blackmetal-Bereich. Die Experimentierfreude und Beherrschung der Instrumente macht Spaß und die 7 Songs (inkl. 1 Bonussong bei der CD Version) in 38 Minuten werden geschulte Ohren dieses Genres begeistern. Jan T.
THINNER - backwards/street of warsaw (midsummer/cargo) E-Single (kostenloser download) Hinter THINNER steckt als Kopf der Band Adrian Theiner, seineszeichens Shouter der Hardcoreband ELEMENT, die von 1996 bis 2004 wüteten. Die ersten Lebenszeichen mit seiner neuen Band erscheinen in Form einer kostenlosen E-Single, die bei www.midsummer-records.de runtergeladen werden kann. Diese 2 Songs klingen nach rotzigem, wütenden Hardcore mit einem hohen Punkrockfaktor, der vor allem auch stimmlich an STEAKKNIFE erinnert. Die Berliner geben einen guten Vorgeschmack auf das für 2011 angekündigte Album. Rene Bx
FRAU DOKTOR - grenzen der gemütlichkeit (rookie/cargo) Nach 15 Jahren lösen sich Frau Doktor auf, aber nicht, ohne sich vorher noch einmal gebührend zu verabschieden. Neben einer Abschiedstour im Herbst 2010 geschieht das mit einer letzten Veröffentlichung, die ein Best of ist, welche einen Überblick über die gesamte Schaffensphase der Band gibt. Neben vier neuen Tracks sind das 15 Hits wie „alte männer“, „schuld ist sie“, „wer mich leiden kann“, „du bereust es“ und weitere Rocksteady-Ska-Nummern der Wiesbadener Combo, die mittlerweile zu einem der erfolgreichsten Ska-Acts hierzulande zählt. „Grenzen der Gemütlichkeit“ erscheint in liebevollem Digipak-Artwork mit äußerst hübschem Booklet mit Steckbriefen und Statements der Band. Ein würdiger Abschied. Rene Bx
KILLERLADY - minneapolis (beau travail) Die KILLERLADY hat bereits 1999 eine 7“ mit dem Titel „Ladyshave“ veröffentlicht. Jetzt also eine neue sieben Zoll mit dem Titel „minneapolis“, die auf dem Kölner Label „beau travail“ erscheint. Das Rückencover ziert ein Farbfoto, auf diesem eine echte Killer-Handtasche, die jede Lady zur Fashion-Queen macht, zu sehen ist… Oder so. Hinter Killerlady steckt am Gesang die unverkennbare Stimme vom EA80 Sänger, der hier aber musikalisch wieder einmal völlig andere Pfade einschlägt. Auf der „fashion pig“ Seite hört man ein Piano unterstütztes Cover der Grindcoreband Agathocles, die mir bisher auch unbekannt war, auf der B-Seite gibt es eine minimalistische Synthie-Nummer, die erstaunlich gut ins Ohr geht. Abwechslungsreich, nicht Schubladenkompatibel und irgendwie interessant. Das ganze ist limitiert auf 300 Stück und dürfte äußerst schnell vergriffen sein. Rene Bx
PARANOIA - stich ins herz (sn-punx) Boah, da ist noch ein Wort mit Oi! drin, was noch nicht an Oi-Bands vermietet wurde. Also haben die 4 Frankfurter schnell zugeschnappt und ein amtliches Oi!-Album eingeknüppelt, welches sich zwischen persönlichem und Saufromantik bewegt. Die Politik und ernsteres bleibt meist außen vor. Bei manchem Text fragt man nach dem Sinn oder Unsinn, aber so ist das beim Oi! ja hin und wieder… Für Punx und Skins mit ordentlich Promille im Kopp und fetten Boots an den Füßen, die hin und wieder mal eine klassische deutsche Oi!-Scheibe verlangen ist das hier bestimmt das richtige. Tim
HAZELS - fireworks & lullabies (antstreet/new music) 3 Jungs, 1 Mädchen, Location: Wesel, Ziel: Die großen Bühnen dieser Welt. Der Sound dabei: Überproduzierter Pop-Rock, der nur noch in Ansätzen an Punk oder Emo erinnert. Die Vier mögen einen noch so großen Spaß an ihrer Sache haben, der Sound ist leider an jeder Stelle austauschbar und klingt einfach wie etliche andere moderne Veröffentlichungen, an denen zu viel glatt gebügelt wurde. An keiner Stelle findet man Ecken oder Kanten, stattdessen eher Elektronikbeats, die den Drummer verstärken. Zu dem kommt, dass hier leider die Hits fehlen, was den etwas kraftlosen Sound, der vor allem auch durch die Drossel irgendwo beim Midtempo und den sanften Gesang erzeugt wird, entschuldigen könnte. So bleibt am Ende eine Band, die zwar spielerisch und motivationstechnisch einiges mitbringt, im Ergebnis aber nicht aus der Masse der FALL OUT BOY Clone heraus stechen kann. Mehr ehrlichen Sound und mehr Hits bitte! Rene Bx
BORDERPAKI - 1362 (sn punx / new music) Seit 15 Jahren sind Borderpaki im Deutschpunksektor unterwegs und spielen immer noch den klassischen 90er Deutschpunk mit ordentlich verzerrten Metalgitarren. Gerade haben die Jungs aus dem Norden von NIX GUT zu SN-Punx gewechselt, was keine schlechte Entscheidung war. Mit 1362 liefern sie eine Deutschpunkscheibe ab, die ordentlich Rot, aber eher weniger Innovation mitbringt. Das muss nicht immer sein, könnte aber stellenweise auflockern. Dazu schreiben Borderpaki Texte, die mal mehr, meist aber weniger klischeebehaftet sind. Nicht schlecht, aber eine unter sehr vielen. Rene Bx
ÜBERDOSIS - die freiheit ist der preis (sn-punx) Deutschpunk at ist worst. Humpta-Humpta-Gebolze mit deutschlandkritischen Texten, die nicht nur durch die Schüttelreime, sondern auch die Musik gruseln lassen. Deutschland, Deutschland „ ich will hier nur noch weg“ und das oberpeinliche Wochenend-Sauflied darf auch nicht fehlen. Ich will hier auch weg. Schlimm. Rene Bx
HAGBARD CELINE - the point of no return (sn-punx) Die dritte Auflage vom 2004er Album mit 8 Bonussongs ist ein Wechselspiel der Emotionen. Auf der einen Seite steht ein gruselig gestaltetes Cover und eine nicht wirklich brillant gemischte Aufnahme, die auch musikalisch wenig spannendes zu bieten hat. Einfacher Deutschpunk mit Gröhlgesang, der weder melodisch, noch innovativ klingt. Auf der anderen Seite stehen einige wirklich gute Texte, die zwar an manchen Stellen etwas KNOCHENFABRIK-lastig klingen, aber insgesamt zwischen Gesellschaftskritik und Humor überzeugen können. In der Gesamtheit sind die 23 Songs aber eher anstrengend durchzuhalten und deshalb nur für hartgesottene Deutschpunkfans, die auf ordentlichen Rotzsound stehen geeignet. Rene Bx
SOMMERREGEN - metaphorik (laserlife rec./neustadtpunk.net) Eine weitere Platte aus der Kategorie „intelligenter deutscher Indie-Punkrock“ nach Art der Hamburger Schule, die sich gerne mit Namen wie MUFF POTTER oder KETTCAR schmückt. Das soll nicht negativ klingen, aber es gibt viele, die das tun und leider auch zu viele, die dabei die individuelle Note vermissen lassen. Bei SOMMERREGEN läuft das, unterstützt durch wenige Popelemente ganz gut ins Ohr, jedoch oft einfach zu gut. Mehr Ecken und ein wenig mehr Schub würden „metaphorik“ bestimmt gut tun. SOMMERREGEN gliedern sich gut ein, wenn man sie in der Alternative-Radiosendung spielt und ecken dort leider nicht an und hinterlassen somit auch keine tiefen Spuren im Hörgang. Prädikat: Nett. Rene Bx
DESTINATION ANYWHERE - party, love & tragedy (www.myspace.com/destinationanywhereska) Wo kommen die her? Betzdorf/Siegen. Wo in Amerika liegt das nochmal? Und warum sind die Jungs noch nicht gesignt??? Hier muss man gar nicht lange drum herum reden. „party, love & tragedy“, der zugegebenermaßen etwas öde klingende Titel zu diesem Album, ist mit das Beste, was an Melodycore seit langem in Deutschland erschienen ist. Auch wenn einige Songs Skaelemente besitzen ist dieses Album eher ein poppiges Melodycore-Album mit einer fetten Portion Rock, einem Schuß modernem Emo und einer ordentlichen Bläserbegleitung im Hintergrund.
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WALTER ELF - männer in rot (rookie/cargo) 19 Jahre Pause ist keine schlechte Auszeit… Die 1983 gegründete Band WALTER ELF, die seinerzeit keine Unbekannten waren, kommen 2010 mit neuem Songmaterial und einer 7“ / MCD. 3 Songs plus 2 Radio Edits, die sich ausschließlich um Fussball drehen und zwar den des 1. FC Kaiserslautern. Musikalisch spielt man weiterhin seichteren früh 80er Punkrock mit TOTEN HOSEN Chören. Dass diese Scheibe nur etwas für 1.FCK Fans ist, sollte klar sein, dafür steht das Thema einfach zu sehr im Vordergrund. 50% des Reinerlöses gehen übrigens an den mama-papa-hat-krebs- Förderverein. Wer darüber mehr erfahren möchte schaut hier: www.mama-papa-hat-krebs.de 1.FCK Fans dürfen sich also freuen, jetzt gibt es endlich mal gute Musik im Stadion zu hören. Rene Bx
EYESIGHT - wir bleiben (antstreet/new music distr.) Seit 12 Jahren gibt es EYESIGHT aus dem Saarland und bisher machten sie englischsprachige Musik. Mit „wir bleiben“ hat man die deutsche Sprache für sich entdeckt. Und so klingt das Ergebnis nach College Rock mit nachdenklichen Texten, ein wenig Emotionen und ein paar ruhigeren Nummern, die an manchen Stellen nach den Akustik-Tracks von …But Alive klingen. Die „verstärkten“ Songs haben ordentlich Gitarren, viel Melodien und bieten recht viel Abwechslung, was in dem Genre „College Rock“, „Melodycore“ ja nicht immer der Fall ist. Tim
INSITE - unter den dächern (max power rec./oomoxx media) Produzent Andreas Volk hat der Band dazu geraten diese 11 Songs live und ohne Metronom aufzunehmen. Eine mutige Entscheidung, da das Zusammenspiel und Timing einer Band schon sehr gut sein muss um ein gutes Ergebnis hinzubekommen. Das Ergebnis mit dem Namen "unter den dächern" klingt aber ganz ansehnlich. Man hat tatsächlich beim Hören mehr ein Livegefühl, da nicht jede Ecke und Kante ausgebügelt wurde (ja, ich sehe das Grinsen der Band beim Lesen dieser Zeilen schon... klar habt auch ihr am Computer gebastelt, wer tut das nicht…).
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