12 ANGRY MEN - aufs maul a la carte (diy)12 Angry Men aus Tübingen machen Rock. Punkt. So unspektakulär das klingen mag, ist es eigentlich auch. Nur machen die 4 Schwaben ihr Ding wirklich gut. Klassisch, aber bissig. Gitarrensoli, Hardrock, Rock´n´Roll. Auch wenn der Titel „Aufs Maul a la carte“ etwas irritieren mag, textlich geht es hier, wie man es bei diesem Sound gewohnt ist, englisch zu, was Schade ist, denn deutsche Texte hätten der 6 Song CD vielleicht das gewisse Etwas gegeben. Ein Blick auf die Songtitel, die unter anderem mit „how to rock“ oder „i sold my soul for rock n roll“ aufwarten, entfleucht einem kurzzeitig ein Gähner. Läuft die CD aber erst einmal, steht man mit der Luftgitarre auf dem Sofa. Sympathisch ist auf jeden Fall das Promo- Gimmick, was die Jungs beigelegt haben. Vermutlich, damit die Rezensenten in bessere Stimmung kommen, gibt es ein Schnäpschen mit 12 ANGRY MEN Aufdruck. Gute Idee. Gerne mehr davon auch auf musikalischer Ebene.
(Rene)
2ND DISTRICT - poverty makes angry (People like You/SPV) Nachdem 2nd District 2005 alle Altlasten abgeworfen hatten, sich umbenannten, nahmen sie 2006 ihr "emotional suicide" Album auf und klangen dort dennoch irgendwie unentschlossen. Teils tauchten alte DISTRICT Schinken wieder auf, die eher mittelmässig aufpoliert wurden und irgendwie wirkte das Ganze wie ein lauer Aufguss. Zweieinhalb Jahre später liegt das neue Album auf dem Tisch und 2nd District fahren eine klare Linie. Neuzugang Daniel Klein (THE KLEINS) tut sein Bestes dazu, um eine gehörige Portion Rock n Roll mit einzustreuen. Die Songs klingen homogener und melodischer. Glammiger Rock n Roll ist hier König, lässt aber die Punkrockattitüde keine Sekunde vermissen. Natürlich muss man sich vom Gedanken an alte District Aufnahmen frei machen, denn damit hat das hier, abgesehen von Marc Aders Stimme wahrhaftig nichts mehr zu tun. Wenn man dann noch auf Midtempo Rock and Roll Nummern mit ausgiebigen Solospielereien à la Guns `n´ Roses steht, liegt man bei "Poverty makes angry" auf jeden Fall richtig. Textlich gibt es sowohl von "sporting socks & sandals", welcher fast schon BRIEFS-like rüberkommt, bis zur Partyhymne "Drinking" so einiges zu hören, dennoch sind die Bochumer weiterhin nicht stumpf, sondern beweisen mit "last anthem" oder "poverty makes angry", wo sie herkommen. Ein rundes Album. (Rene)
3RD ALLEY - shiny shady people (long beach rec.)Soso, die Musik von 3rd Alley lädt also zum surfen und grillen ein, jedenfalls, wenn man dem Pressebeipack glauben darf. Grillcore so zu sagen. Ganz nach Sublime Manier wird hier also losmusiziert. Saxophon und Keyboards unterstützen den Reggae - Surf-Rock Sound der Long-Beacher. Es gibt ruhigere Nummern, bei denen 3rd Alley aber auch immer mal wieder ausbrechen. Frontmann und Songwriter Zack Walters singt teils sogar recht soulig und macht „siny shady people“ zu einem recht abwechslungsreichen Album.
(Ralf)
ABBRUCH - einfach nur musik (puke music) Bestimmt sind die 3 Jungs, die uns da vom Cover angrinsen total nette Typen, das möchte ich gar nicht abstreiten. Sie sind bestimmt die Vorzeigepunks in der Wohnsiedlung, wo auch mal die Nachbarn sagen: „die sind gar nicht so, wie man immer denkt“. Aber irgendwie gruselt es einen doch, wenn man die Karnevalsiros und das GUITAR HERO Playstation T-Shirt sieht. „Einfach nur Musik“ soll dann wohl teilweise witzig sein und teilweise ernste Messages transportieren. Wie man es aber auch dreht und wendet, es bleibt leider durch die Bank peinlich. Die 3 Jungs machen nach eigener Aussage „einfach nur Musik“ und wollen offensichtlich nicht eingeordnet werden. So Individuell wie das sein soll, ist es aber gar nicht. „einfach nur Deutschpunk mit ein bisschen Kirmesgeträller“ würde es wohl besser treffen. WIZO und „DIE ÄRZTE“ würde die Band wohl dennoch vermutlich gerne als Vergleich hören, aber da scheitert es schon im Ansatz bei der Definition von Humor. (Rene Brocher)
ABENTEUER WILDNIS – Irgendwie Glücklicher (FizzRecords/Radar)
Wer sich entschließt auf Deutsch zu singen, begibt sich immer auf eine Gradwanderung. Da kann es ganz schnell passieren, dass die Stücke nach kitschiger Volksmusik oder nach Silbermond-Pop klingen. Abenteuer Wildnis gelingt diese Gradwanderung leider nicht vollkommen. Manchmal gibt es hier soliden deutschen Alternative-Rock a la Virginia Jetzt, ein anderes Mal rutscht das Quartett jedoch in eine Richtung ab, die man beim besten Willen nur als Deutsch-Pop betiteln kann. Schade eigentlich, denn Potential haben die Vier auf jeden Fall.
(Max Römer)
ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN - 25 jahre sind genug (2DVD) Wenn man eine DVD schon so spät abliefert, dann erwartet man doch irgendwie etwas besonderes. Negativ fällt hier auf, dass sich das Interview auf DVD 1 ein wenig wie Gummi zieht, auch wenn sich Konrad und Mikro zwar Mühe geben, die Bandstory locker flockig zu erzählen. Die 2 sitzen nebeneinander und schwelgen fast ungekürzt in Erinnerungen. Dadurch, dass es nahezu keine Fotos oder Videoausschnitte zwischen dem Interview gibt, wird das streckenweise schonmal etwas langatmig. Die 2 Tauben gehen nämlich so sehr ins Detail, dass das Material eher für Die-Hard Fans gedacht ist. Desweiteren wird erstaunlicherweise kein Wort über Konrads Tod verloren, der ja nun auch schon einige Zeit her ist. Die zweite DVD bietet massig Livematerial von 2 Konzerten, dazu 6 Videoclips, ein bisschen Studiomaterial. Alles in allem eine Fan-DVD. Ein bisschen mehr Liebe zum Detail wäre wünschenswert gewesen. (Rene Brocher)
ACROSS THE BORDER - loyalty (twisted chords)ATB widmen sich seit 1991 dem Folk-punkrock und liefern hier eine klassische CD in edler Aufmachung ab. Ein 6-seitiges Digipak und ein fettes, liebevoll gelayoutetes Booklet. Textlich geben sich ATB in ihren 14 Songs kämpferisch und untermalen das Ganze mit Folkklängen, die durch Akkordeon, Klavier und Geige unterstützt weren. Das SLIME-Cover von „Störtebecker“ in Folk wird jedoch für den gemeinen Punkrocker etwas gewöhnungsbedürftig klingen. ATB liefern den Soundtrack zum revolutionären Lagerfeuerabend mit Dreadlockromantik und irischem Bier. Na gut.
(Rene)
ACROSS THE BORDER -hag songs (twisted chords/broken silence)
ATB veröffentlichen zum 15-jährigen Jubiläum von “hag songs” das Album noch einmal neu und polieren es ein wenig auf: Neues Artwork und einen Bonussong, bzw. Remix von „Can´t love this country“ feat. Chaoze One und der klassische Soundmix aus Folk und Punkrock. Lediglich das Billy Bragg Cover „A new England“, welches nicht nur bereits 1000 mal gecovert wurde, sondern auch diverse Male besser gespielt wurde, dürfte hier fehlen. Ralf
ADULT NOISE - celebrate today (touch and go records)
Ok, das Negative vorab. Über den Bandnamen habe ich mich seinerzeit schonmal ausgelassen und das Coverartwork sieht auch etwas lieblos aus. Des weiteren fehlt dem Sound dieser CD einiges, was das Gesamtbild deutlich nach vorne bringen könnte. Denn die Songs sind äußerst abwechslungsreich, energiegeladen und keine Standardkost. Dass hier Fans der DEAD KENNEDYS am Werk sind, ist aber nicht zu überhören, denn ähnlich verspielt geht es hier zur Sache. Auch gesanglich gibt es da zwar wenige, aber durchaus gewollte Überschneidungen. Beim Gesamtsound klingt krachig und punkig, da sitzt einfach nicht immer jeder Schlag an den Drums perfekt, was es auf der einen Seite sympathisch, sowie authentisch macht, jedoch wäre wie oben bereits erwähnt ein etwas druckvoller Studiosound wünschenswert gewesen, denn die einzelnen Instrumente verschwimmen teilweise zu sehr und ergeben einen eher breiigen, als dreckigen Sound. Das ist schade, denn die Band bringt soviel Energie und Spielfreude mit, was man auf dieser CD ganz deutlich hört. Authentischer US- Punksound, der wieder Lust auf die alten Platten macht. Rene Bx
AL & THE BLACKCATS – Through Thick n' Thin (rodeostar/sony music) Ist das jetzt Rock'n'Roll? Oder Punk'n'Roll? Keine Ahnung. Angesichts der Tatsache, dass es einfach gut ist, ist das auch völlig egal. Zudem sollte man THE BLACKCATS so wie so keinem Liebhaber jener Musik mehr erklären müssen. Zwölf Hits plus Bonustracks erwarten den werten Käufer und jeder einzelne hat es in sich. Gastauftritte von Sucker (OXYMORON), Trinity (KAMIKAZE QUEENS), Tex Morton (SUNNY DOMESTOSZ, Ex-MAD SIN) und Ski-King (SKI'S COUNTRY TRASH) runden die Sache noch zusätzlich ab. Das Album der Jungs aus Michigan hebt sich dank abwechslungsreicher Einflüsse eindrucksvoll von der Masse ab und verleiht dem Genre angenehm neue Facetten. Ausgezeichnet! skAndy
Alaska - Something In Between (Leech Records / Cargo) Obwohl die Schweizer Alaska sowohl in Ihrer Heimat als auch auf der Insel alles andere als ein Geheimtipp sind und Sie Ihr Plätzchen in der internationalen Skaszene nach Ihrem grandiosen Debut „Dog Sled Crossing“ und Auftritten mit Acts wie dem New York Ska Jazz Ensemble, den Toasters und den Slackers längst gefunden haben, sind Sie hierzulande leider ein doch eher unbeschriebenes Blatt. Die 12 neuen Songs, die sie nun präsentieren, erinnern musikalisch an Größen wie die Senior Allstars und das NYSJE und lassen einen nicht lange still stehen. Erneut bieten die neun Züricher traditionellen Ska, verfeinert mit dezenten Jazz-Einflüssen und einer guten Portion 2Tone. Kurzum: Mit „Something In Beetween“ haben Alaska ein richtig gutes zweites Album aufgenommen, dass sich vor seinem Vorgänger nicht verstecken muss, und an dem auch die deutsche Ska-Szene schwerlich vorbeikommen wird. (Skandy)
ALEX AMSTERDAM – The die is cast (Moon) Singer/Songwriter goes elektrisch: Genug vom akustischen Dasein gibt es “The die is cast” nun auch einen durch Schlagzeug, Bass und Streicher gestrickten Klangteppich, der die beiden Düsseldorfer durch die vier Songs der EP begleitet. Absolut gut gemischt und gemastert bekommt der Hörer hier Indie-Pop Hymen par exellence geboten, die zwar beim ersten Hören nach radiotauglichem 0815 klingen, aber spätestens beim dritten Durchlauf wird klar, dass es sich hier um viel mehr, nämlich um das Spiel mit verschiedensten Harmonien und ausgereiftes Songwriting handelt. Hut ab! (Max Römer)
ALIVE AT LAST - anchors aweigh (pretty pink) AAL kommen mit 6 Songs und Bonus Akkustik-Track an den Start und wissen sehr wohl, wie moderner Emo-/Screamo-Sound funktioniert. Und da liegt ein wenig das Problem, denn AAL brechen kaum aus den typischen Arrangements aus und so bleiben große Überraschungen aus, dennoch werden die Instrumente perfekt bedient und man scheint zu wissen, was man will. Für Genrefans auf jeden Fall eine gute Sache Sache. Das Akkustikgeheule - und soviel Subjektivität sei mir an dieser Stelle gegönnt - ist nicht nur überflüssig, sondern äußerst nervig. (Rene Brocher)
ALTBEWÄHRTES – schach matt (hicktown rec) ALTBEWÄHRTES spielen ebensolchen Deutschpunk und bieten in den 12 Songs diverse Einflüsse, die aber teilweise etwas gezwungen wirken. Metalsoli, Getröte und Punkriffs wollen nicht immer so richtig harmonieren. Textlich gibt man sich größtenteils klischeefrei, aber doch etwas holperig. Störend wirkt aber in erster Linie vor allem die zu dünne Produktion, die etwas Druck oder so etwas wie einen Background vermissen lässt. Ralf R.
ANOTHER SINKING SHIP - legacy (Combat rock industry) Combat Rock Industry stehen für guten Punkrock und dieser kommt wieder einmal aus Finnland. Streetpunk mit leichten Hardcore-anleihen, zwischen VOICE OF A GENERATION, RADIO DEAD ONES und den HUNNS. Die Gitarren sind nicht bis zum Anschlag verzerrt. Sänger Juho singt sowohl melodisch, als auch kehlig. ANOTHER SINKING SHIP können sowohl bei Midtempo Songs à la „Worms“, als auch bei schnelleren Hardcorestücken wie „Cop-a-phobia“ überzeugen. Mit 9 Songs in 28 Minuten ein kurzes, aber knackiges Album.
(Rene)
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ANTI-FLAG - the people or the gun (sideonedummy)ANTI-FLAG sind zurück, wo sie hingehören. Und das ist gut so. Auf dem letzten Album der Band „Bright lights of America“, auf dem sie sich auf Kosten von SONY BMG übermässig mit Rockproduzent Tony Visconti austoben durften, bekamen Fans der ersten Stunde genau das, was man einen Schlag ins Gesicht nennen könnte. Nicht nur der Majordeal mit all seinen fiesen Anhängseln wie T-Mobile Festivals und Autogrammstunden, sondern jetzt auch einen Soundgewusel, was zum einen völlig überflüssig und zum anderen das Unpassendste für eine Band wie Anti-Flag war. Gut, die Band hatte im Studio alle Möglichkeiten und auch das Geld zur Verfügung, warum also nicht, dachten sie sich. Seinerzeit sagten die Jungs aus Pennsylvania, dass sie das Experiment wagen würden und sehen würden, was am Ende dabei herauskäme. Was dann nach dem Mix auf dem Tisch lag, war eine Platte, die wieder einmal richtig gute Songs vorzuweisen hatte, aber soundtechnisch von einer Glocke von Effekten erdrückt wurde. Pauken, Glöckchen, Kinderchöre... Alle Register wurden gezogen und ANTI-FLAG verloren sich in Effekten und zwischen hunderten von Spuren. Den Festival-Kids war das egal, denn die Shirts sahen gut aus und gegen Bush wurde auch gewettert.
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ANTITAINMENT – ich kannte die, da waren die noch real (zeitstrafe) Das dritte Album der absoluten Ausnahmeband. Ok, der Überraschungseffekt ist weg, klar, aber immer noch gibt es keine Band, die in Ansätzen das tut, was ANTITAINMENT machen. Trotz des musikalischen Chaos, der härtesten Breaks der Musikgeschichte, dem Misch-Masch aus allem, was nicht zusammenpasst, scheinen sogar „die anderen“ Interesse an ANTITAINMENT zu bekommen. Googelt man die Band, kann man erstaunt sein, dass sogar die „großen“ Zeitungen sich mit dieser Band befassen. Vielleicht ist es aber auch die Herausforderung, die die so genannten Musikjournalisten suchen. Das nicht greifbare doch irgendwie fassen zu wollen und es letztendlich doch noch eingeordnet zu bekommen. Oder ist es tatsächlich die Tristesse der Musiklandschaft, die einem immer wieder die gleichen abgelutschten Brocken vorwirft, die nach so etwas verlangen lässt?
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ARMSTRONG - when we were kings (coast rock/new music distr.) Namedropping deluxe im Bandinfo. Glen Matlock beim letzten Album als Gastmusiker, Smoke Blow, Ex-Bonehouse blabla... Klingt wie SEX PISTOLS meets KILLERS und MONSTER MAGNET vereinen sich mit CURE... Bla Bla, interessiert mich alles nicht die Bohne. Letztendlich zählt doch nur das, was wirklich aus den Boxen kommt und da wollen wir den Ball mal eher flach halten, meine ich. Armstrong wissen, wie man Instrumente bedient, stechen mit ihrem Alternative Rock aber nicht sonderlich heraus. Die Songs wirken recht vorraussehbar, lassen zwar den Fuß mitwippen, aber ein richtiges Highlight spürt man fast nur bei „the young ones“, welches mit deutlich mehr Schub und einem guten früh 80er Englandpunk Refrain überzeugen kann. Gesamt betrachtet fehlt dem Album aber eher diese Art der Power. RnRalf
ASHPIPE - waiting for wave (diffidati rec.) ASHPIPE aus Italien bieten auf ihrem Debut in der Tat nicht sonderlich viel Neues. Skapunk mit teils englischen, teils italienischen Texten, wobei das englisch nicht gerade, drücken wir es einmal vorsichtig aus, ein Hochgenuß für die Ohren ist. Die italienischen Songs hingegen funktionieren. Der Antifaschistische Ska-Punk erinnert teilweise an LOS FASTIDIOS und wird Freunde des Genres vielleicht interessieren. Rene Bx
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