ANTI-FLAG - the people or the gun
ANTI-FLAG - the people or the gun (sideonedummy)
ANTI-FLAG sind zurück, wo sie hingehören. Und das ist gut so. Auf dem letzten Album der Band „Bright lights of America“, auf dem sie sich auf Kosten von SONY BMG übermässig mit Rockproduzent Tony Visconti austoben durften, bekamen Fans der ersten Stunde genau das, was man einen Schlag ins Gesicht nennen könnte. Nicht nur der Majordeal mit all seinen fiesen Anhängseln wie T-Mobile Festivals und Autogrammstunden, sondern jetzt auch einen Soundgewusel, was zum einen völlig überflüssig und zum anderen das Unpassendste für eine Band wie Anti-Flag war. Gut, die Band hatte im Studio alle Möglichkeiten und auch das Geld zur Verfügung, warum also nicht, dachten sie sich. Seinerzeit sagten die Jungs aus Pennsylvania, dass sie das Experiment wagen würden und sehen würden, was am Ende dabei herauskäme. Was dann nach dem Mix auf dem Tisch lag, war eine Platte, die wieder einmal richtig gute Songs vorzuweisen hatte, aber soundtechnisch von einer Glocke von Effekten erdrückt wurde. Pauken, Glöckchen, Kinderchöre... Alle Register wurden gezogen und ANTI-FLAG verloren sich in Effekten und zwischen hunderten von Spuren. Den Festival-Kids war das egal, denn die Shirts sahen gut aus und gegen Bush wurde auch gewettert.
2009 atmen alle diejenigen auf, die ANTI-FLAG so hören wollen, wie sie auf der Bühne stehen: Gitarre, Bass, Schlagzeug. Punkrock. Der Wechsel vom Major zum Indie-label SIDEONEDUMMY und das bandeigene Studio versprechen vorab schon Gutes. Zu hören gibt es 10 neue Songs in alter ANTI-FLAG Tradition. Schnell, rau und keine überflüssigen Effekte. Jeder Song besitzt die Energie, die er braucht ohne glatt gebügelt und zugeballert worden zu sein. Song 1 „Sodom, Gomorrah, Washington D.C“ knallt wie zu „TERROR STATE“ - Zeiten aus den Boxen und zeigt, dass es auch nach dem Ende der Bush-Regierung noch einiges zu sagen und zu tun gibt. Das Engagement der Band, was sich von PETA über Amnesty International bis hin zu MILITARY FREE ZONE bewegt, bleibt natürlich auch weiterhin in den Texten ein Thema und man merkt der Band an, dass sie, auch wenn sie vereinzelte Hooklines á la „When the cities burn down we all keep warm“ schreiben, wieder einmal keine Phrasen oder reine Parolen abreissen. Beim langsameren und vielleicht sogar schwächsten Stück des Albums „The gre(a)t depression“ bekommt die Band Unterstützung von Greg Attonio (BOUNCING SOULS), Tim McIllrath (RISE AGAINST), Wade McNeil (ALEXISONFIRE) und David McWane (BIG D AND THE KIDS TABLE). Bei Stücken wie „We are the one“ oder dem besten Song der Platte „when all the lights go out“ beweisen ANTI-FLAG wieder einmal, was für grossartige Songs sie schreiben können, ohne sich dabei selbst zu kopieren. Der einzige Negativpunkt dieses Albums könnte sein, wenn man wirklich danach sucht, dass die Anzahl der Songs mit 10 wirklich an der Untergrenze liegt, dafür gibt es aber keine Füller, sondern 10 echte Hits.Also, alles richtig gemacht!
(Rene)
VÖ: 05.Juni 2009
Video: ANTI-FLAG "When all the lights go out "









